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 Reiseführer Alberobello

Alberobello liegt südöstlich von Bari und ist die Ortschaft mit den meisten Trulli, einzigartige Gebäude, die sich hauptsächlich hier im Itria-Tal (oder: Tal der Trulli) befinden. Die Trulli stellen die Verewigung von architektonischen Typologien dar, die aus der Vorgeschichte stammen. Sie wurden aus Kalkstein gebaut und dann geweißt. In Alberobello gibt es mehr als tausend der kegelförmigen grauen Steindächer, die an Märchenlandschaften denken lassen.

Alberobello (420 m. ü.M.) erstreckt sich auf einer ausgedehnten Hügelkuppe und wird von einer Talsohle geteilt, die von einem ehemaligen Wasserlauf gebildet wurde. Die Landschaft hier ist reich an Olivenhainen, Wein- und Kirschbaumkulturen. Die Dachziegel ("Chiancarella") für die konischartigen Dachkonstruktionen der Trulli wurden aus Kalkschichtgesteinen gewonnen, die typisch für die geologische Form der Gegend sind.

Die Geschichte von Alberobello ist die Geschichte einer kleinen Bauernsiedlung, die sich seit dem Ende des 16. Jahrhunderts 200 Jahre lang ständig ausgeweitet hat, auch wenn sie in dieser Zeit niemals juristisch anerkannt worden ist. Die lokalen Historiker nehmen an, daß um 1600 ca. 40 der Häuser mit rundem Grundriß und spitz zulaufendem Dach existierten, die - verteilt in einer Waldung - den Prototyp der charakteristischen Hausform darstellen, die seit ewigen Zeiten in der "Silva Arbor Belli" gebaut wird.

Das Jahr 1654 bildet eine wichtige Marke in der Entstehungsgeschichte von Alberobello, denn in diesem Jahr wurde der Graf von Conversano, Giangirolamo Acquaviva, genannt "II Guercio (= der Schieler) di Puglia", aufgefordert, vor der "regia camera" (eine Art Steuerbehörde) eine Erklärung für den nicht autorisierten Bau der Häuser von Alberobello abzulegen. Giangirolamo, der davon erfahren hatte, daß ein Steueraufseher den Ort in Augenschein nehmen wollte, verfügte den Abriß des größten Teils der bestehenden Trulli und ließ die Bewohner eine Zeit lang im Wald unterbringen. Der Ausgang der Untersuchung verlief positiv für den Grafen, der daraufhin die Siedler zurückrief und ihnen die Erlaubnis erteilte, die Trulli wiederaufzubauen, allerdings mit der Auflage, keinen Mörtel zu verwenden und sich strikt an das Konstruktionssystem der "Casella a secco", d.h. Stein auf Stein ohne Fugendichtungsmittel, zu halten. Im Jahre 1797 erst wurden dem Ort schließlich die Stadtrechte verliehen.

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