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 Reiseführer Parma

Parma wurde 183 v.Chr. von den Römern gegründet und verdankt seine Existenz der Via Emilia. Ihre Blütezeit hatte die Stadt unter der Regierung der Farneses, die sie im 16. Jh. zu ihrer Hauptstadt machten und hier bis 1731 regierten. Zu dieser Zeit wurde viel zur Verschönerung der Stadt beigetragen, denn die Farneses waren Förderer von Kunst und Architektur. So bauten sie u.a. das Teatro Farnese, das zur Zeit seiner Erbauung das größte der Welt war. Weitere großartige architektonische Werke der Farneses sind der Palast der Pilotta (1583-1622), der heute ein archäologisches Museum beherbergt, sowie die Galerie Nazionale, mit Gemälden von Leonardo, Murillo, Van Dyck, Piazzetta, Correggio and Parmigianino.

Nach dem Wiener Kongress 1918 bekam Napoleons Witwe, Marie-Louise, das Herzogtum Parma als Entschädigung zugesprochen. Sie brachte weltstädtisches Flair in die Stadt und baute das Teatro Regio, in dem der "Teufelsgeiger" Niccoló Paganini seine ersten Erfolge feierte. Durch ihre Liebe zu Veilchen und deren Duft entstand 1897 das "4711" Italiens. Im Parfümeriemuseum kann man sich über La Vera Violetta di Parma und seine Geschichte informieren.

Unter Parmas weiteren Sehenswürdigkeiten sind an erster Stelle der Dom und das achteckige, marmorne Baptisterium am Domplatz zu nennen. Der Dom wurde zwischen dem 11. und 12. Jh. errichtet und enthält u.a. einen Bischofsthron aus rotem Marmor. Das Baptisterium gehört zu den schönsten Sakralbauten Norditaliens und ist überreich mit Malereien, Reliefs und Skulpturen geschmückt.

Südlich von Parma liegt San Polo d"Enza, dessen Herrin im 11. Jh. die Markgräfin Mathilde von Canossa war. Sie war die berühmte Vermittlerin im Investiturstreit zwischen Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor VII., den der Kaiser durch den Gang nach Canossa als Büßer zu einem Treffen mit dem Papst zu beenden versuchte. Die Burgruine von Canossa ist zwar stark verfallen, ebenso wie die Ruinen der "Quattro Castella", die überwältigende Aussicht und der historische Hintergrund sind aber dennoch einen Besuch wert.
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