Auch unter der Herrschaft Roms behielt Neapel seine griechische Kultur bei. Die Umgebung wurde zu dieser Zeit dank ihres milden Klimas und ihrer landschaftlichen Schönheit für den Bau von großen Patriziervillen ausgewählt. Die schönsten Villen wurden in Baia gebaut, einem berühmten Badeort des Altertums. In dem Fischerdorf gibt es heute einen bedeutenden archäologischen Park, in dem man Ruinen aus dem Zeitalter der späten Republik and des Reiches besichtigen kann. Gegen Ende der langen römischen Herrschaft kam Neapel der nie in Vergessenheit geratenen griechischen Welt wieder näher, wobei es zuerst unter der Herrschaft von Byzanz stand. Erst später war es teilweise unabhängig als kämpferisches Herzogtum, das sich selbst und das Papsttum mit seiner Flotte gegen die Streifzüge der Sarazenen verteidigen konnte. Die Verlagerung der Hauptstadt des Staates von Palermo nach Neapel unter der Herrschaft der Anjou (1266), brachte für Neapel den Beginn der Führungsrolle in ganz Süditalien, die bis heute erhalten geblieben ist. Seit jener Zeit wurde die Stadt immer schöner. Es wurden neue Gebäude, Plätze und Paläste errichtet und sie erhielt ihre heutige touristische Anziehungskraft. Der zentrale Denkmalbereich wird vom Rathausplatz, vom Platz des Plebiszits und von der lebendigen Via Toledo bestimmt. Die bedeutendsten Denkmäler sind der Königliche Palast, mit Anlagen des 17. Jh., und das alte Königsschloss der Anjou von Castel Nuovo (1279-84). Seit ihrer Gründung leben die Neapolitaner auf einem Vulkan - der Vesuv ist für die 1,2-Millionen-Stadt eine ständige Bedrohung, die aber auch den besonderen Charakter der Einheimischen geprägt hat. Man sagt, der neapoletanische Dialekt sei in der Welt bekannter als die italienische Sprache. Kein Wunder, denn Musik ist eine Universalsprache und die neapolitanischen Lieder sind weltweit berühmt. Wer hat nicht wenigstens schon einmal "O sole mio" gehört? Die besondere Ausbreitung des neapolitanischen Dialektes ist jedoch auch auf die Tatsache zurückzuführen, daß das Neapolitanische eigentlich kein Dialekt, sondern eine wirkliche Sprache ist, die eine sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelte, gefestigte, eigenständige Kultur vertritt. Neapel ist eine bekannte, geliebte und vielbesuchte Stadt mit einem eigenen, ausgeprägten Charakter, eine Stadt, die bezaubern kann. Südlich des Golfes von Neapel, ein Stück die amalfitische Küste hinunter, liegt Paestum, das im 6. Jh. v.Chr. als griechische Kolonie "Poseidonia" gegründet wurde. Im Norden der archäologischen Stätte steht der Athena-Tempel vom Ende des 6. Jh. v.Chr. Architekturhistorisch bedeutsamer sind jedoch die sogenannte Basilika aus der zweiten Hälfte des 6. Jh. v.Chr. und der Poseidon-Tempel aus der Mitte des 5. Jh. v.Chr. Sie sind im dorischen Stil gebaut und gut erhalten. |
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