8 Jahrhunderte vor der Herrschaft über den Mittelmeerraum war Rom eine unbedeutende dörfliche Siedlung am Palatin, dem sagenumwobenen Hügel, auf dem Romulus und Remus der Gründungslegende nach von einer Wölfin gesäugt wurden. Erst etwa 200 Jahre später nahm der Ort durch den Verdienst der etruskischen Könige eine städtische Struktur an, 509 v.Chr. wurde die Republik gegründet. Rom unterwarf nach und nach die ganze Halbinsel und eroberte die Mittelmeerländer. Der erste Kaiser (Augustus, 27 v. - 14 n.Chr.) und seine Nachfolger Nero, Trajan, Hadrian und Marc Aurel machten Rom durch ihre Bauwerke und städtebaulichen Maßnahmen zu einer herrschaftlichen Stadt. Ende des 2. Jh. n.Chr. begannen die Wirtschaftskrise, die sozialen Spannungen, die Übernahme der Herrschaft durch rasch aufeinanderfolgende Soldatenkaiser und die Verbreitung des Christentums die Vorrangstellung Roms zu bedrohen. 476 setzte Odoaker den letzten weströmischen Kaiser ab. In den folgenden Jahrhunderten nahm die Macht der Kirche immer mehr zu und prägte zunehmend das Stadtbild. Die Päpste förderten gewaltige Maßnahmen im Straßenbau, Gesundheitswesen sowie im Häuser- und Städtebau. Die berühmtesten Künstler der Zeit wetteiferten miteinander, für die oft kunstsinnigen Päpste arbeiten zu dürfen. Die römische Renaissance erreichte ihre Blüte durch die Wiederentdeckung der antiken Schätze, die Zahl der Einwohner und auswärtigen Besucher nahm zu. Nach und nach begann jedoch auch die Macht des Kirchenstaates zu bröckeln, bis er schließlich zur Zeit der Französischen Revolution zusammenbrach und erst 1814, auf dem Wiener Kongress, wieder hergestellt wurde. Trotz wirtschaftlicher Stagnation, kulturellen Engpässen und schlechten hygienischen Bedingungen wuchs der Besucherstrom im 19. Jh. weiter, zumal die Stadt ihre Probleme mit der Restauration ihrer Kunstschätze zu verdrängen suchte. Im September 1870 wurde Rom zur Hauptstadt Italiens ausgerufen. 1929 erhielt der Vatikan mit den Lateranverträgen seine Anerkennung als unabhängiger Stadtstaat. Das Forum Romanum war einst Zentrum des römischen Weltreiches und dicht bebaut mit Tempeln, Staatsgebäuden, Standbildern, Säulen und Wirtschaftsbauten. Hier wandelten Caesar, Cicero, Augustus und Nero, hier wurde einst römische Weltpolitik gemacht. Obwohl von der gesamten Anlage nur noch Reste übrig sind, ist sie immer noch einer der beeindruckendsten Plätze der Welt. Vom Titusbogen führt der Weg hoch zum Palatin, einem der sieben Hügel Roms, auf dem die Prominenz von Cicero bis Kaiser Augustus ihre Villen hatte. An das eigentliche Forum Romanum schließen sich die Kaiserforen an, die von Julius Caesar wegen zunehmenden Platzmangels begonnen und von seinen Nachfolgern erweitert wurden. Nach 600 hatten die Foren ausgedient. In der Renaissance wurden sie als Steinbruch genutzt, bis Mitte des 19. Jh. die Ausgrabungen begannen. Am einen Ende des Forums stehen das Kolosseum und der Konstantinsbogen, am anderen das Kapitol, wo die Stadtregierung war (und ist). Das Kolosseum wurde 80 n.Chr. von Kaiser Titus eröffnet. 50.000 Menschen sollen hier einst die blutigen Gladiatorenspiele gesehen haben. In der Arena wurden auch die ersten Christen wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen. Der Petersdom ist die größte Kirche der Welt und bietet Platz für 60.000 Menschen. Die besten Baumeister Italiens errichteten 1506-1626 das neue Zentrum der Christenheit. St. Peter ist 211 m lang, 186 m breit und 132 m hoch. Gekrönt wird der gigantische Bau von einer perfekten Kuppel, einem Werk Michelangelos. Die Caracalla-Thermen wurden im Jahr 216 eingeweiht und konnten zu der Zeit 1500 badende Menschen gleichzeitig fassen. Außer baden konnte man hier auch Schwitzbäder nach Sauna-Art nehmen, in Clubräumen entspannen, Bibliotheken besuchen oder schlicht in den Gärten spazierengehen. Die Thermen waren 300 Jahre ununterbrochen in Betrieb, heute finden in den imponierenden Ruinen sommerliche Opernaufführungen statt. Die Piazza di Spagna verdankt ihren Namen, ebenso wie die Spanische Treppe, der Spanischen Botschaft (Palazzo di Spagna). Die Treppe wurde zum größten Teil vom französischen Botschafter finanziert und sollte der französischen Kirche Santissima Trinità dei Monti einen würdevollen Aufgang verschaffen. Der berühmte Trevi-Brunnen (Nicolò Salvi, 1732-62) soll das Reich des Meeresgottes Neptun darstellen. Er ist 20 Meter breit und 26 Meter hoch, damit der größte der Stadt. Unzählige Touristen werfen hier jeden Tag Münzen hinein, in der Hoffnung, dadurch in die "Ewige Stadt" zurückzukehren. Der Palazzo del Quirinale ist Sitz des italienischen Staatspräsidenten. Nach seiner Erbauung ab 1574 war er 200 Jahre lang eine Sommerresidenz der Päpste und wurde 1870 bis zur Abschaffung der Monarchie (1946) Residenz der italienischen Könige. Das Gelände um die Villa Borghese ist der größte öffentliche Park der Stadt. In der Villa selbst befinden sich Museen, nördlich des Parks liegt der Zoologische Garten. |
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