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 Reiseführer Tarquinia


Tarquinia gehörte zu den blühendsten und mächtigsten Städten Latiums im etruskischen Altertum. Das malerische, wegen seiner Kunstschätze aus etruskischer Zeit weltberühmte Hügelstädtchen unweit vom Meer mit mittelalterlichen Vierteln und monumentalen Einzelbauten wurde 1922 nach der Etruskerstadt benannt, die einst auf dem nordöstlichen Nachbarhügel La Civita lag.
Nachdem Tarquinia vom 8. Jh. v.Chr. an ein reiches und mächtiges Handels- und Industriezentrum gewesen war, entflammten im 4. Jh. v.Chr. heftige Kämpfe mit Rom, die in einer Niederlage Tarquinias endeten. 281 v.Chr. musste die Stadt sich Rom unterwerfen und damit begann ihr langsamer Niedergang. Als Scipio im Jahr 205 v.Chr. Abgaben von den etruskischen Städten fordert, um seinen Feldzug gegen Hannibal in Afrika zu führen, kann die ehemals reiche und mächtige Stadt nur Stoffe für die Segel anbieten. Mit dem Tod Caesars und der Ausbreitung des römischen Imperiums wird die Geschichte des etruskischen Tarquinias beendet. Zehn Jahrhunderte haben tiefe Spuren sowohl auf, als auch unter der heiligen Erde Tarquinias hinterlassen. Es fanden sich wenige, dafür aber monumentale Reste der ehemals auf dem Kalksteinplateau der Civita (150 ha) Lebenden, das heute völlig unbewohnt ist.
Zu sehen sind Spuren der langen Stadtmauer (8 km) aus Macco-Blöcken (5. Jh.), im Norden die gut erhaltene Porta Romanelli und Teile älterer und neuerer Ausgrabungsstätten. Das bedeutendste Denkmal sind die Reste des Tempels "Ara della Regina", der grösste Etruriens, aus dem die berühmten Flügel-Pferde aus Terrakotta stammen (3. Jh.), die im Museum zu sehen und gewissermaßen das Wahrzeichen Tarquinias sind. Außerdem wird in Tarquinia eine der größten historisch-künstlerischen Nachweise des Italiens aus vorrömischer Zeit aufbewahrt. Es handelt sich dabei um die etruskische Nekropole der Monterozzi, die sich hauptsächlich auf dem gleichnamigen Hügel befinden. Sie wurde als Begräbnisstätte zwischen dem 7. Jh. v.Chr. bis zum römischen Zeitalter genutzt. Die Gräber weisen außergewöhnlich reiche malerische Verzierungen auf und haben unterschiedliche Bauformen.
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