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 Reiseführer Mailand

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Mailand ist der geografische, politische und wirtschaftliche Mittelpunkt der Lombardei. Ihren Wohlstand hat die Stadt seit jeher ihrer Lage in der fruchtbaren Poebene und am Schnittpunkt vielbefahrener Handelswege zu verdanken. Sie ist heute ein internationales Zentrum in Mode und Industriedesign.

Einige Sehenswürdigkeiten Der gotische Mailänder Dom ist die viertgrößte Kirche der Welt. An ihm wurde 500 Jahre lang gebaut und auf seiner höchsten Fiale thront eine goldene Madonnenstatue, die "Madonnina". Im Laufe der Jahrhunderte haben sich im Dom Tausende Kunstwerke angesammelt. Der Dom ist durch die Galleria Vittorio Emanuele II (kurz "Galleria") - eine überdachte Laden- und Flanierstraße voll teurer Geschäfte, Restaurants und Cafés - verbunden mit einem zweiten Wahrzeichen der Stadt: der Scala (Teatro alla Scala). Wenn keine Proben stattfinden, kann man das Theater vom Museo Teatrale alla Scala aus besichtigen. Unweit der Piazza della Scala liegt das Museo Poldi Pezzoli mit einer weltberühmten Gemäldesammlung, die u.a. das "Porträt einer jungen Frau" von Pietro del Pollaiolo enthält. Das bekannteste Kunstwerk der Stadt befindet sich aber in der Kirche Santa Maria delle Grazie: Im früheren Refektorium des Klosters malte Leonardo da Vinci sein Fresko "Letztes Abendmahl", das als ein Meilenstein der Kunstgeschichte gilt. Die größte Grünfläche Mailands ist der Parco Sempione, an dessen Ausgang sich der klassizistische Triumphbogen "Arco della Pace" erhebt. Am Zugang des Parkes steht das Castello Sforzesco, das ursprünglich eine Festung der Visconti war und nach seiner Zerstörung von den Sforza als elegante Residenz im Renaissance-Stil wieder aufgebaut wurde. Es enthält heute mehrere Museen. Das Brera-Viertel ist ein Reich von Boutiquen, kleinen Läden und Nachtlokalen. In der Pinacoteca di Brera befindet sich eine der größten Kunstsammlungen Europas.



Mailand, im 4. Jh. v.Chr. von Galliern gegründet, war ab 286 n.Chr. für einige Jahre Hauptstadt des Weströmischen Reiches. Durch den Niedergang des Reiches verlor auch die Stadt zunächst ihre wirtschaftliche Bedeutung. Erst nach der Jahrtausendwende erblühte Mailand wieder, als es die Führung in einem erfolgreichen Aufstand gegen das Heilige Römische Reich Deutscher Nation übernahm. Ende des 13. Jh. übernahm die Familie Visconti bis 1477 die Macht in der nun freien Stadt und machte sie zum größten Staat in Italien. Die Visconti wurden von den Sforza abgelöst, die z.B. Leonardo da Vinci an ihren Hof holten. Im 16. Jh. fielen die europäischen Großmächte in Italien ein und Mailand ging an Spanien. Nach der spanischen Herrschaft wurde Mailand Anfang des 18. Jh. von den Habsburgern besetzt, die 1848 durch einen Aufstand vertrieben wurden. Ab 1861 gehörte Mailand zum neu gegründeten Königreich Italien, in dem es von Anfang an das Finanzzentrum war. Mit der Industrialisierung entwickelte es sich auch zum wichtigsten Industriezentrum.
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