Die Hauptstadt der Insel ist Palermo, das von den Puniern gegründet wurde. Zur Zeit der arabischen Herrschaft auf der Insel (9.-11. Jh.), als Sizilien der "Garten des Mittelmeeres" wurde, gehörte Palermo zu den schönsten und blühendsten Städten der damals bekannten Welt. Von dieser glücklichen Zeit sieht man in Palermo noch heute die Spuren im außergewöhnlichen städtebaulichen Geflecht des Zentrums und in einigen Gebäuden, die die Einflüsse der arabischen Kunst zeigen.
Die Hauptstadt Siziliens wird häufig als Zentrum der Mafia betrachtet. Die Organisation nahm im 15. Jh. in Sizilien ihren Anfang und ihre Entwicklung lässt sich in drei Abschnitte einteilen: die der agrarischen Mafia (1860-1946) mit der Kontrolle über den Grundbesitz, die der städtischen Mafia (1946-77), verbunden mit Bauspekulation und Bestechung, und schließlich die der internationalen Mafia (ab 1977), bei der es hauptsächlich um Drogenhandel geht. Durch die "Kronzeugenregelung" konnte die italienische Polizei nach den Morden an den Richtern Falcone und Borsellino 1992 Erfolge im Kampf gegen die "Ehrenwerten Gesellschaften" verbuchen.
Palermos wichtigstes Volksfest Festino, zu Ehren der Stadtpatronin S. Rosalia, wird alljährlich vom 11. bis 15. Juli begangen, begleitet von einer Reihe folkloristischer, musikalischer und sportlicher Darbietungen. Es gipfelt in einer pompösen Prozession, bei der die Reliquienurne der Heiligen durch die geschmückten Straßen begleitet wird.
Einige Kilometer nördlich von Palermo liegt der Monte Pellegrino, auf dessen zerklüfteten Bergstock das Wallfahrtskloster Santuario di S. Rosalia liegt. In der Grotte lebte die Heilige bis zu ihrem Tode. Das von den Wänden tropfende Wasser gilt bei den Palermitanern als wundertätiges Heilmittel.
|