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 Reiseführer Lucca

"Luk" ist der etruskische Name für Sumpf, der einst weite Teile der Toskana bedeckte. Erst während der Römischen Herrschaft gelang es, einige der Sümpfe trocken zu legen und somit den Grundstein für ein städtisches Leben zu ermöglichen. So gewann Lucca als Stadt schnell an Bedeutung und wurde bereits 568 Hauptstadt des langobardischen Herzogtums. Während des Mittelalters befand sich Lucca stets in Gefahr, vom mächtigen Pisa eingenommen zu werden, so dass man sich schließlich 1369 frei kaufte und Lucca freie Stadtrepublik wurde. Von 1805 bis zum Wiener Kongreß war Napoleons Schwester Herzogin über Lucca, was der Stadt weiterhin Reichtum und Schönheit verlieh. Noble Herrenhäuser und romantische Gartenanlagen entstanden bereits seit dem Erwerb der Stadtrechte, aber nie schossen sie so schnell aus dem Boden wie in dieser Zeit.

Auch als Heil- und Kurort machte sich Lucca einen Namen und 1840, als das erste Roulette der Welt hier eingeweiht wurde, galt es bereits als Treffpunkt der feinen Gesellschaft, die sich in den zahlreichen Kurbädern um Lucca verwöhnen ließ und rauschende Feste feierte. Auch heute noch sind die "Bagni di Lucca", die sich einige Kilometer nordöstlich der Stadt befinden, ein beliebter Kurort mit zahlreichen, meist schwefelhaltigen, Quellen. Umgeben von Kastanienwäldern kann man hier durchatmen und einfach mal die Seele baumeln lassen. Abgesehen von ihrem fruchtbaren Umland, auf dem Oliven und verschiedene Obstsorten in Hülle und Fülle gedeihen, hat Lucca selbst natürlich auch ihren Reiz und ist längst nicht mehr nur ein Insider-Tip für Toskanaurlauber. Bereist von Außen bietet sie dem Besucher einen bizarren, aber schönen, Anblick. Auf der recht gut erhaltenen Stadtmauer wachsen damals wie heute Bäume, hinter denen sich der eigentliche Stadtkern verbirgt. Dieser ist so, wie man sich ein mittelgroßes, italienisches Städtchen vorstellt; verwinkelte Gäßchen, schöne, bunte Häuser und ab und an prächtige Villen und Sehenswürdigkeiten aus der Römerzeit. Die Schönheit Luccas wird unterstrichen durch die zauberhaften Garten- und Parkanlagen, die die Engländer und Franzosen im 18.- und 19. Jahrhundert "mitbrachten".

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