Im Mittelalter und in der Renaissance war Venedig der einzige europäische Staat, der sich selbst ohne weltlichen oder kirchlichen Oberherrn regierte. Sie war jedoch nicht nur die unabhängigste Stadt Europas, sondern auch eines der wichtigsten wirtschaftlichen und politischen Zentren der Welt. Heute ist Venedig einzigartig, weil seine Anlage und zahlreiche Bauwerke aus der großen Blütezeit stammen. Sehenswürdigkeiten Der 98 m hohe Markusturm (Campanile) ist das Wahrzeichen Venedigs. 1902 war der schlanke Bau einfach zusammengestürzt; er wurde aus alten Steinen neu aufgebaut und zehn Jahre später neu eingeweiht. Ein Aufzug führt zu der Aussichtsplattform mit einem herrlichen Blick über Venedig. Die Piazza San Marco ist der meistbesuchte Platz der Welt. Besonders eindrucksvoll ist er gegen Abend, wenn die untergehende Sonne den Platz und seine Bauwerke in ein rotgoldenes Licht taucht. Das architektonische Symbol für Macht und Pracht der mittelalterlichen Stadtrepublik ist der Palazzo Ducale (Dogenpalast). Die Dogen waren auf Lebenszeit gewählte, adlige Stadtoberhäupter. Die berühmteste Brücke der Lagunenstadt ist die Rialtobrücke. Der 48 m lange und 22 m breite, überdachte Übergang entstand 1588-1592 und verbindet die Stadtteile San Marco und San Polo miteinander. Die "Seufzerbrücke" erhielt ihren Namen im 17. Jh., als Gefangene auf ihrem Weg ins Gefängnis von hier aus zum letzten Mal in Freiheit die Aussicht auf die Lagune sahen. Der Lido ist der berühmte 12 km lange Strand mit Prachthotels und Spielcasino. Hier sieht man und wird gesehen, vor allem während des Filmfestivals. Mit Venedig, dem Inbegriff einer romantischen Stadt, verbindet man automatisch die Gondeln auf dem Canal Grande, das Theater Fenice, den Zauber der Gassen, zügellosen Karneval, das internationale Filmfestival, die Kunstbiennale und vieles mehr. Der Anstieg der Adria ist das Hauptproblem der Stadt: Acqua alta, Hochwasser. Jeden Winter steigt der Wasserstand der Lagune für einige Zeit, so dass der Markusplatz und viele andere Bereiche der Stadt überschwemmt werden. Dann kann man sich nur noch über die eigens aufgestellten Stege in der Stadt fortbewegen. Die Landschaft der Lagune von Venedig ist gekennzeichnet durch Untiefen und schmale, an die Oberfläche gelangte Landstriche mit Vegetation. Auf diesen haben die Venezianer Jahrhunderte hindurch Schutz- und Konsolidierungsarbeiten durchgeführt, so entstanden neue Ansiedlungen wie Murano, Burano oder Torcello. |
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